[archive] - [review 2026] - [mayday - dortmund]

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mayday
ICONIC - since 1991

dortmund
westfalenhalle

30.04.2026

[anm.d.red.:
1. Bild, das; -[e]s, -er [mhd. bilde = bild, gestalt, ahd. bilidi = nachbildung, abbild; gestalt, gebilde

2. bei szenemag für gewöhnlich ohne nachbearbeitung in "reinform". keine verwendung von farb- oder sonstigen filtern, keine manipulation, what you see is what you get! evtl. zu sehende verformungen und lichteffekte entstehen ausschließlich auf grund der gegebenheiten vor ort sowie ggf. unter verwendung eines konventionellen fotoblitzes.

3. manche fotos sind mit groß-formaten hinterlegt. auf wunsch mailen wir euch auch gerne die original-größen.]

vorab ein paar auszüge aus unserem archive:
dortmund

diverse locations
since 772 a.d.

(mayday siehe eigene kategorie)

31.01.2009

vrstck -
jake the rapper
...

25.04.2009

suite023 -
namito,
mahan

24.04.2010

le grand -
marcus worgull,
ali

05.06.2010

le grand -
hans nieswandt,
...

05.06.2010

le grand -
faces & places
...

22.10.2010

suite023 -
dinky,
daniel kasprowicz

29.04.2011

suite023 -
ben klock,
dennis herzing...

14.01.2012

daddy
blatzheim -
tiger & woods...

11.02.2012

daddy
blatzheim -
chopstick...

25.05.2014

u view
weststrand -
adam port...

25.07.2015

oma doris
konstantin
sibold...
&
mayday

meist dortmund
since 1991

1999

2000

2001

2002

2012



eigentlich dachte ich, dass es noch keine mayday hier auf szenemag gab, obwohl sie bereits seit 1991 stattfindet. doch siehe da, damit habe mich selbst einer gewissen altersbedingten demenz überführt. denn die szenemag-urväter waren bereits 1999 das erste mal vor ort und in der folge dann sogar mehrmals. die letzte mayday reicht ins jahr 2012 und letzter szenemag-mäßiger dortmund-besuch war 2015 - auch schon wieder über 10 jahre. es wurde also zeit.
 
 

das es  insgesamt schon seit einigen jahren sehr ruhig hier bei unserem szenemag geworden ist, lässt sich nicht verheimlichen. wir sind (das thema wird uns in diesem review begleiten...) nicht mehr  die jüngsten und leider haben wir es in den jahren 1999 bis 2022 nicht geschafft, einen wie auch immer gearteten profit mit szenemag zu erwirtschaften. ganz einfach deswegen, weil es uns immer "lediglich" nur spaß gemacht von dem zu berichten, was wir an elektronischer musik und dem damit verbundenen lifestyle erlebt haben. es ging nie um profit, es ging nie um businesspläne, es ging im grunde nur um den versuch etwas festzuhalten, was flüchtiger kaum hätte sein können... momente, glück, leben, freundschaft, liebe, frieden, jugend, die zeit... sucht euch etwas aus. god is a dj, aber das hier soll keine predigt werden.

warum jetzt ausgerechnet mayday, wenn man schon mal wieder "richtig feiern" geht und sich dafür wirklich (das war uns früher garnicht so bewusst in unserem juvenilen leichtsinn) viel zeit nimmt?

ein erklärungsversuch könnte folgender sein: dominik eulberg, luke slater, chris liebing, richie hawtin, reinier zonneveld, andré galluzzi, hell, dave clarke, robert babicz/rob acid... klingt das interessant? ja, natürlich, klang es auch für uns... dazu kam noch eine bierlaune, ein x6zigster geburtstag, die tatsache noch nie (also unser "team" heute) dort gewesen zu sein sowie ganz initial der einfache wunsch eines freundes, "dass man doch eigentlich mal zu einer richtig großen elektronik-veranstaltung gehen müsste". mit abstand war die mayday in dortmund von der größe und entfernung her die größte und gediegenste rave-party, die uns da so einfiel.

auf grund dieser eckdaten kauften sich 5 interessierte und -teilweise auch lose bzw. garnicht -bekannte ein paar early-bird-tickets (ja, richtig, wir waren  PRIVAT vor ort... alles selbst bezahlt... wie gesagt, dass mit dem profit... sonst wäre das review hier auch nicht erst nach 2 1/2 monaten online) im/bis oktober 2025. es hätte mit etwas glück auch eine größere reisegruppe sein können, aber wie gesagt, wir sind alle nicht mehr soo jung und alle nicht mehr sooo frei von verpflichtungen. wahrscheinlich - natürlich nach der gesundheit - ist das eine der besten eigenschaften bzw. die grundlage dafür, dass man meint, sich als jugendlicher so unendlich frei zu fühlen (auch wenn das nicht selbstverständlich und natürlich ebenfalls bei weitem nicht jedem vergönnt ist/war).




ich sag auch jetzt an der stelle schon, dass wir das sehr genossen haben, eben ein bißchen dieses gefühls der freiheit an diesen 1-2 tagen wieder erlebt zu haben. bevor dann jeder in seine - letztlich dann doch irgendwie frei gewählte - tretmühle zurückkehren musste - the life we have chosen. doch heute hieß es frei nach paul kalkbrenner: "there´s a shuttle, flying to the moon"...  we´ll be coming back soon.

zugegeben, ein grund warum dann doch noch ein paar absagen aus unserem freundes-/bekanntenkreis kamen, könnte auch am lineup gelegen haben. zumindest ich für meinen teil gebe gerne zu, dass ich vom 2025er lineup im grunde den überwiegenden teil kannte und bereits live erlebt hatte. das ist eben eine eigenschaft von (zumindest meistens...) early bird tickets - man weiß noch nicht so 100%ig, was dann am ende final für ein lineup stehen wird. das 2026er lineup ging dann für uns im großen und ganzen so aus, dass sich die verhältnisse umdrehten: die masse der acts war unserem kleinen gib-mir-fünf-team bis dato nicht, wenig oder - auch zugegeben - aus guten gründen bisher un-bekannt. aber auch das war irgendwie reizvoll nach 7 jahren fehlender club/rave/festival-erfahrung, das "techno-thermometer" einfach reinhalten ins unbekannte dunkle gewässer der tiefen/schnellen bässe. von letzterem gingen wir - zu recht - dann schon aus, dass sich in den letzten jahrzehnten dahingend am ethos der mayday nichts geändert hat: es geht um die verschiedenen facetten von techno, nicht alle, aber doch viele davon.



ich versuch mir ja größte mühe zu geben, dass mein/unser genaues alter verborgen bleibt. aber sagen wir einmal so, 1992 waren (die meisten von uns) noch nicht alt genug, um selbstständig irgendwohin fahren zu können und in eine veranstaltung wie der zweiten mayday (die erste 1991...) reinzukommen
. trotzdem aber schon alt genug, um sich eine cd-compilation (so hieß das medium der wahl damals: compact disc!) der zweiten mayday kaufen zu können und (wenige jahre zuvor) zu bemerken, dass da im radio (eben z.b. dem ex-ddr jugendsender DT64) ein sound lief, den man noch nie gehört hatte und der eltern, lehrer gleichermaßen fragend zurückließ. ganz zu schweigen von dem damit einhergehenden und sich immer mehr manifestierendem kleidungs- und lebensstil. techno, tekkno, (noch mehr k´) tekkkno und alles, was sich nach und nach daran anschloß, daraus hervorging oder im zuge dessen ebenfalls an die oberfläche getrieben wurde (wir gehen jetzt nicht alle underground-genres durch und werden mit sicherheit auch keine doktorarbeit zum thema "was gabs als erstes" vom zaun brechen).

1992 also, da stand im booklet der mayday compilation: joey beltram, westbam, cj bolland, aphex twin, marusha, outlander, sven väth, orlando voorn, mijk van dijk, mate galic, lenny d, cosmic baby u.v.m.

meiner (schnellen) recherche nach, gabs auch erst mit dieser zweiten mayday eine compilation, was auch insofern sinn macht, da der eigentliche zweck und ursprung der mayday parties darin bestand, eben den schon erwähnten DT64 radiosender zu retten. dieser war damals zwar aus der ddr über die wende mit  ins vereinte deutschland gekommen, es stand aber dessen abschaltung an. die mayday sollte als benefiz-veranstaltung dagegen halten... was leider nur bis 1993 geholfen hat, danach wurde dt64 abgeschaltet. immerhin, teile gingen in mdr sputnik auf, einige moderatoren und sendungen wechselten auch zu radio fritz, so ganz verloren ging der spirit also nicht.

 

und tatsächlich, seit 1991 findet nun einmal jährlich (teilweise auch mehrmals pro jahr und an verschiedenen anderen orten, berlin oder auch in polen zum beispiel) die mayday statt. nach einigen jahren dann, auch wg. der größe des zustroms, dann relativ stabil in der westfalenhalle in dortmund.

nun, tatsächlich waren alle unserer kleinen clique persönlich noch nicht bei einer mayday, also auch wir. ganz konkret meine wenigkeit war zwar schon öfters und immer wieder (sehr gerne übrigens) in dortmund, einmal sogar direkt einen tag vor einer mayday (mit ben block im suite023 club - siehe ganz oben das archive...), aber tatsächlich eben nie direkt bei dieser mutter aller deutschen raves. für deutsche verhältnisse vielleicht sogar der mutter aller raves auf deutschem staatsgebiet. in großbritannien, frankreich, den usa usw. reicht diese tradition noch sehr viel weiter zurück als 1991. auch hier an der stelle möchte ich jetzt nicht zu sehr in die geschichte einsteigen, nur soviel, dass eben elektronische musik im allgemeinen, techno im besonderen, kurz nach der 1989er wende und dem fall der berliner mauer auf sehr sehr fruchtbaren boden und auf ein - v.a. aus ostdeutschland stammendes - nach freiheit lechzendes publikum stieß. right time - right speed. vor allem in berlin, aber auch deutschland, ploppten überall venues, clubs, hallen, raves, ja sogar großbank-tresore als partylocations auf.

ich spiele natürlich auf DEN tresor in berlin an, welcher einen sehr großen anteil daran hatte, dass sich die entwicklung von techno in deutschland erst beschleunigte und dann völlig festsetzte, mal mindestens für eine oder gar mehrere dekaden. der rest welt zog natürlich irgendwann nach, gerade auch in den anderen ländern des ehemaligen ostblocks, wo man ähnlich nach freiheit und ungehemmter feierlaune lechzte, wie in der ehemaligen ddr. heute ist techno bzw. allgemein elektronische musik überall zu hause - weltweit. wenngleich - oder nimmt man das nur aus einer deutschen perspektive so wahr? - deutschland selbst im jahr 2026 immernoch einen sehr sehr wesentlichen anteil an dieser entwicklung hat. allem clubsterben zum trotz, findet man wohl auch heute noch die größte dichte an elektronischen veranstaltungsreihen hier in deutschland und das im jahr 2026, es ging - so gesehen - also nie wieder weg, dieses "rave fieber". wenngleich das thermometer jetzt vielleicht nicht mehr gerade 36° anzeigt, sondern sich alles ein wenig abgekühlt und auch etablierter, geregelter daher kommt (stichwort oben, eben keine "aufgeregten eltern/lehrer" mehr).

und übrigens, zwischenzeitlich hat der tresor berlin hier in dortmund seine "westdeutsche" depandance aufgemacht. eigentlich dann schon das nächste vorhaben, was wir unbedingt noch vor unserer "feier rente" in die tat umgesetzt haben müssen. ich frag schon einmal in unserer clique rum...




für uns war es heute also nicht nur spannend, weil wir endlich mal wieder frei ohne zeitdruck party machen konnten, sondern weil große teile der djs für uns neuland waren. klar hatten wir von einigen schon gelesen, aber das hat sich dann im vergleich zu 1991 doch nicht geändert (oder hat sich das schon wieder zurück entwickelt?):  man hört techno jetzt nicht gerade an jeder ecke. von seltsam entschlackten bzw. "vereinnahmten" kirmes-techno-varianten natürlich abgesehen.

so freuten wir uns darauf, was genau den sound von schrotthagen, lilly palmer, klangkuenstler (ok, den kannten wir, nur eben schon gut 10 jahre her), kalte liebe, trancemaster krause u.v.m. ausmachte. bei anderen künstlern wie miss djax, umek, speedy j, marco bailey und oliver lieb waren wir sehr sicher, was uns erwarten wird und geradezu beruhigt, dass wir damit schonmal einen vermutlich sicheren rückzugsort finden würden. auch gabs viele künstler, von denen wir weder gelesen, noch gehört hatten und ein paar ganz wenige - möchten wir nicht verschweigen, die wir weder hören, noch kennenlernen
(bzw. wiederhören) wollten.
  

 
erster eindruck, von dem es ja bekanntlich immer nur einen gibt: wow... direkt vom eingang in die große und größte halle (zzgl. 3 weiterer floors). dort gerade als opener nick schwenderling. souverän und vom sound her ließ das schon erahnen, dass das hier keine leise veranstaltung werden wird. auch licht, effekte und die abstimmung mit dem sound waren auf höchstem niveau - beeindruckend, selbst nach vielen schon mitgemachten veranstaltungen. das sollte sich auch den ganzen abend durchziehen, dass jeder floor, der größte natürlich insbesondere, technisch und soundmäßig jeweils wirklich state-to-the-art war. das (technische) niveau war auf jedem der 4 floors sehr hoch und keiner von uns hatte am nächsten tag "fiepsende ohren". auch an der stelle ein großes lob für die organisation. laut veranstalterangaben 20.000 besucher, aber im grunde (wir kommen zum schluss nochmal kurz dazu) fühlte man sich nirgends beengt bzw. hatte nicht toiletten, bar und (auch das kam/kommt leider immernoch vor) sanitäter greifbar.




auch fanden wir es sehr cool, dass der timetable der 4 verschiedenen floors - oder war das zufall - so abgestimmt war, dass man gut einen act hören und zum nächsten schlendern konnte. auch das hoppen zwischen den floors war - wegetechnisch - eigentlich kein großes problem, sodass bei man "missfallen" eines acts, dann eben einfach weiterlaufen konnte zu einem der anderen 3 floors.



man merkte, dass die location eine der größten deutschlands ist und mit veranstaltungen dieser größe erfahrung gut umgehen kann.




juliet fox b2b amber broos, ties von dun, milski, alarico, lexxy chain... alle im vorbeigehen wahrgenommen... aber so richtig unseren persönlichen geschmack erstmals perfekt getroffen hatte man at arms, auf dem "techno legends x acid wars" floor, der die ganze nacht die o.g. techno urgesteine oder besser noch legenden beherbergte.
 
 

diese "acid wars" sind ja eine veranstaltungsreihe bzw. crew aus nordwest-deutschland, z.b. in münster häufiger in dem dortigen docklands zu finden, wo zwischenzeitlich eine wirklich zu empfehlende ganztages-location für mal eben bis zu 2.000-3.000 leute entstanden ist, die wir ggf. (noch ein to do) für unseren nächsten "freiheitlichen ausflug" vormerken.



als nächstes hier auf dem gleichen floor miss djax, die wir im grunde - aus unserer sicht - eigentlich nicht weiter vorstellen müssen. 64 jahre ist miss djax (quasi DTax up 64...) aus den niederlanden zwischenzeitlich alt und es war/ist beeindruckend, mit wieviel verve sie noch hinter den decks steht. witzigerweise hatten wir noch tagsüber im dortmunder plattenladen black plastic in der wühlkiste (übrigens, auch unabhängig von der wühlkiste, sehr zu empfehlen für alle möglichen elektronischen, aber auch anderweitige undergroundsparten) eine djax-up-beats platte gefunden und für sensationelle 2 euro auch direkt als kleines souvenir erstanden. wie bei djax-up häufiger üblich, schmückte die platte ein tolles artwork von t-1000 aka alan oldham (den es als dj und künstler ebenfalls noch bis heute gibt). vielleicht ergibt sich ja mit diesem 2-euro-invest der erwünschte profit, um den nächsten trip zu bezahlen, wer weiss... ;)



dass wir hier übrigens noch so viel schreiben, ist natürlich ein wenig der gewohnheit geschuldet, aber wir denken/hoffen, dass es noch ein paar leser gibt, die sich diese zeit zum lesen und diese mühe zum anklicken von www.szenemag.de gerne machen. dennoch geben auch wir gerne zu, dass es natürlich noch greifbarer ist, diese worte auch mit ton und bewegtem bild zu untermalen, daher haben wir ein paar videoschnipsel von der mayday mitgebracht - siehe oben. die schwierigkeit ist jetzt natürlich, da wir bei szenemag in dekaden denken und nicht in "wenigen jahren", dass es die jeweilige plattform in 10 bis 15 jahren auch noch gibt. stand 2026 versuchen wir es also einmal mit meta´s instagram und hoffen, dass diese die videos - aus welchen gründen auch immer - nicht runtergelöscht werden in einer wie auch immer gearteten zeit oder es die plattform irgendwann garnicht mehr gibt (lacht nicht, von myspace und flickr dachten wir auch alle einmal, dass es die jetzt für immer geben wird)...



sowohl bei man at arms, als auch bei miss djax fiel uns jeweils auf, dass die alten klassiker wie house of house oder emmanuel top´s tone wirklich enorm gut gealtert sind und jetzt heute im jahr 2026 von einer ganz anderen generation nochmal neu entdeckt werden. nahezu unverändert, verströmen sie auch jetzt 25 bis 30 jahre nach erscheinen immernoch einen drive und elan, dass es fast schon erschreckend ist. soweit tatsächlich schon zwei DER momente hier auf der mayday für uns. daher auch die 2 videos!



ein großer nachteil, wenn man "privat" auf so eine veranstaltung geht, ist aber natürlich, dass man "nur" aus der ferne bilder machen kann. trotz maximalem zoom ist es mit handy- und/oder kleiner kamera unmöglich ein vernünftiges bild von dem jeweiligen dj/liveact hin zu kriegen. daher müsst ihr damit leben, dass im grunde fast alle bilder "crowdmäßig" ausfallen. lediglich der "legends-floor" war so dimensioniert, dass man bis auf ein paar meter zum dj/djane vordringen konnte. vielleicht noch so ein grund, warum uns speziell dieser floor eigentlich am meisten gefallen hat.



auch hängen geblieben sind wir relativ lange bei schrotthagen, die auf dem großen floor direkt nach felix kröcher (der übrigens jetzt gerade - nach eigenem bekunden - in eine "schranz-phase" seiner künstlerischen expression zurückgekehrt ist) gespielt haben. das duo machte ebenfalls gut druck und ihr halb-live-set (soweit wir das sehen/einschätzen können) hatte stimmige spannungsbögen zwischen spannung/release und setzte nicht zu sehr sowie vor allem nicht zu häufig auf "bass rein, bass raus, hände hoch und weiter gehts".



von kalte liebe hatten wir schon des öfteren gehört. die markante männerstimme, welche ziemlich kontrastig sowie effektvoll die tracks dominiert, macht deren sound aber zu etwas besonderem, der sich irgendwie angenehm abhebt und der heraussticht aus dem techno-angebot heute abend/nacht.

mit umek auf dem legends floor sowie im anschluss speedy j, kehrten wir dann wieder zurück in "unseren" basis-floor.


 

deren beider sound ist null gealtert und hätte genau so auch in den 90ern bzw. besser anfang der 2000er laufen können, also schneller techno. bzw. schranziger sound, der aber auch seine ganz eigene dynamik entwickelt, wenn man in so einem schon eher clubbig daherkommenden floor mit niedriger decke und vielen tanzenden menschen versammelt ist.

 
  

wie schon erwähnt, die 4 floors beschäftigten sich allesamt mit weitestgehendem techno-sound in unterschiedlichsten schattierungen. auch "etwas gefälligere" sounds waren da dabei und auch solche, die ziemlich dark in die (sagt euch thunderdome etwas?) härteren spielarten abdrifteten. beispielhaft fiel uns da paul elstak feat. boogsheauf, den man natürlich kennt. happy hardcore, gabber, rotterdam... am spannensten war aber zu sehen, dass paul elstak eine wirklich krasse anziehungskraft hatte, d.h. bei seiner auftritts-zeit konnte man einen deutlichen magnetismus feststellen, es trieb die massen zu ihm - unverkennbar und der einzige moment, wo man ein bißchen angst hatte, dass da jetzt ggf. doch zuviele menschen auf einmal an einem punkt konzentriert sind.



und das obwohl zeitgleich die vermutlich ebenfalls nicht minder populäre lilly palmer quasi fast parallel auf dem großen floor spielte. dort sollten später auch noch klangkuenstler, i hate models und klaudia gawlas (ja, die kennt man alle natürlich auch) spielen. auch marco bailey und oliver lieb auf dem legends-floor sowie the dark horror, dr donk und tha watcher auf dem "elstak-floor" haben wir nicht mehr so richtig (keine angst, wir waren schon noch "klar im kopf") mitbekommen.

denn natürlich stumpft man nach stundenlangem techno ein wenig ab, dass gehört auch zur wahrheit dazu. noch härter/krasser geht natürlich gefühlt immer, aber - wir für unseren teil - haben das dann einfach nicht mehr aufgenommen bzw. aufnehmen wollen.


#
was aber noch erwähnt werden muss, ist die viertel stunde von 0.45 bis 1.00 uhr, der slot von friends of mayday, früher waren das die members of mayday... das ist quasi die plattform, bei der vor allem die alljährliche mayday hymne zum einsatz kam. ihr erinnert euch vielleicht, früher hat man jährlich anlässlich von veranstaltungen wie loveparade oder eben auch mayday jeweils ganz individuell und exklusiv einen track produziert oder produzieren lassen. nicht wenige dieser tracks sind mittlerweile klassiker bzw. werden/wurden just gerade neu arrangiert bzw. als edit neu unter die leute (welche jetzt aus einer anderen generation stammen) gebracht.

die viertelstunde heute von friends of mayday war da ein quasi queerschnitt dessen. auffällig war auch, dass jetzt genau zu diesen 15min wirklich die gesamte westfalenhalle, also der große floor, so voll war, wie sonst den ganzen abend bzw. die ganze nacht nicht. das heißt sowohl unten auf dem dancelfloor, als auch oben auf den sitzrängen war wirklich fast alles voll. ton, licht und eben auch der jeweilige sound, den die friends of mayday verwampelten, erreichten hier - für unseren geschmack - den kollektiven höhepunkt. 2 stellen leuchteten v.a. heraus und egal ob euch die mayday too big, zu mainstreamig, zu technolastig oder mittlerweile ggf. zu wasted ist, sagt mir nicht, dass ihr die folgenden 2 videoschnippsel nicht kennt und in irgendeiner weise berührend findet oder irgendwann in eurem leben einmal bewegend fandet:

 

und sei es auch nur, weil man sich daran erinnert, achja, da war ja damals einmal was...



übrigens, den trancemaster krause haben wir dann noch ein wenig von unserem hotelzimmer-fenster aus gehört - doch wirklich... die fußläufige nähe unseres hotels zur westfalenhalle hatte also weitere ungeahnte eigenschaften. ob das nun vorteil oder nachteil ist, verraten wir jetzt nicht. nur soviel, wenn es warm draußen ist und/oder ihr gerne bei offenem fenster schlaft, dann schaut genau auf google maps, wo die jeweiligen hotels um die westfalenhalle liegen ;)



alles in allem sind wir jedoch sehr zufrieden mit unserer ersten mayday. auch wenn es ggf. die letzte für uns persönlich gewesen sein könnte. denn, man wird schließlich nicht jünger... wobei, wir nehmen uns einfach ein beispiel an miss djax :)



ps: was auch nicht unerwähnt bleiben sollte, ist, dass wir im positiven viel toleranz und ein sehr offenes publikum erlebt haben. nicht nur - aber insbesondere - auf der mayday selbst, als auch in der ganzen stadt - typisch ruhrpott eben!

asdfas

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