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mayday
ICONIC - since 1991
dortmund
westfalenhalle
30.04.2026
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[anm.d.red.:
1. Bild, das; -[e]s, -er [mhd. bilde = bild,
gestalt, ahd. bilidi = nachbildung, abbild; gestalt,
gebilde
2. bei
szenemag für gewöhnlich ohne nachbearbeitung in
"reinform". keine verwendung von farb- oder sonstigen
filtern, keine manipulation, what you see is what you
get! evtl. zu sehende verformungen und lichteffekte
entstehen ausschließlich auf grund der
gegebenheiten vor ort sowie ggf. unter verwendung eines
konventionellen fotoblitzes.
3.
manche fotos sind mit groß-formaten
hinterlegt. auf wunsch mailen
wir euch auch gerne die
original-größen.]
vorab
ein paar auszüge aus unserem archive:
&

eigentlich
dachte ich, dass es noch keine mayday hier auf szenemag gab, obwohl
sie bereits seit 1991 stattfindet. doch siehe da, damit habe mich
selbst einer gewissen altersbedingten demenz überführt. denn die
szenemag-urväter waren bereits 1999 das erste mal vor ort und in der
folge dann sogar mehrmals. die letzte mayday reicht ins jahr 2012 und
letzter
szenemag-mäßiger dortmund-besuch war 2015 - auch schon wieder über 10
jahre. es wurde also zeit.
das es insgesamt schon seit einigen jahren sehr ruhig hier bei
unserem szenemag geworden ist, lässt sich nicht verheimlichen. wir sind
(das thema wird uns in diesem review begleiten...) nicht mehr
die jüngsten und leider haben wir es in den jahren 1999 bis 2022 nicht
geschafft, einen wie auch immer gearteten profit mit szenemag zu erwirtschaften.
ganz einfach deswegen, weil es uns immer "lediglich" nur spaß gemacht
von dem zu berichten, was wir an elektronischer musik und dem damit
verbundenen lifestyle erlebt haben. es ging nie um profit, es ging
nie um businesspläne, es ging im grunde nur um den versuch etwas
festzuhalten, was flüchtiger kaum hätte sein können... momente, glück,
leben, freundschaft, liebe, frieden, jugend, die zeit... sucht euch
etwas aus. god is a dj, aber das hier soll keine predigt werden.
warum
jetzt ausgerechnet mayday, wenn man schon mal wieder "richtig feiern"
geht und sich dafür wirklich (das war uns früher garnicht so bewusst in
unserem juvenilen leichtsinn) viel zeit nimmt?
ein erklärungsversuch könnte folgender sein: dominik eulberg, luke slater, chris liebing, richie hawtin, reinier zonneveld, andré galluzzi, hell, dave clarke, robert babicz/rob acid...
klingt das interessant? ja, natürlich, klang es auch für uns... dazu
kam noch eine bierlaune, ein x6zigster geburtstag, die tatsache noch
nie (also unser "team" heute) dort gewesen zu sein sowie ganz initial
der einfache wunsch eines freundes, "dass man doch eigentlich mal zu
einer richtig großen elektronik-veranstaltung gehen müsste". mit
abstand war die mayday in dortmund von der größe und entfernung her die
größte und gediegenste rave-party, die uns da so einfiel.
auf grund dieser eckdaten kauften sich 5 interessierte und -teilweise
auch lose bzw. garnicht -bekannte ein paar early-bird-tickets (ja,
richtig, wir waren PRIVAT vor ort... alles selbst bezahlt... wie
gesagt, dass mit dem profit... sonst wäre das review hier auch nicht
erst nach 2 1/2 monaten online) im/bis oktober 2025. es hätte mit etwas
glück auch eine größere reisegruppe sein können, aber wie gesagt, wir
sind alle nicht mehr soo jung und alle nicht mehr sooo frei von
verpflichtungen. wahrscheinlich - natürlich nach der gesundheit - ist
das eine der besten eigenschaften bzw. die grundlage dafür, dass man
meint, sich als jugendlicher so unendlich frei zu fühlen (auch wenn das
nicht selbstverständlich und natürlich ebenfalls bei weitem nicht jedem
vergönnt ist/war).
ich
sag auch jetzt an der stelle schon, dass wir das sehr genossen haben,
eben ein bißchen dieses gefühls der freiheit an diesen 1-2 tagen wieder
erlebt zu haben. bevor dann jeder in seine - letztlich dann doch
irgendwie frei gewählte - tretmühle zurückkehren musste - the life we
have chosen. doch heute hieß es frei nach paul kalkbrenner: "there´s a
shuttle, flying to the moon"... we´ll be coming back soon.
zugegeben, ein grund warum dann doch noch ein paar absagen aus unserem
freundes-/bekanntenkreis kamen, könnte auch am lineup gelegen haben.
zumindest ich für meinen teil gebe gerne zu, dass ich vom 2025er lineup
im grunde den überwiegenden teil kannte und bereits live erlebt hatte.
das ist eben eine eigenschaft von (zumindest meistens...) early bird
tickets - man weiß noch nicht so 100%ig, was dann am ende final für ein
lineup stehen wird. das 2026er lineup ging dann für uns im
großen und ganzen so aus, dass sich die verhältnisse umdrehten: die
masse der acts war unserem kleinen gib-mir-fünf-team bis dato nicht,
wenig oder - auch zugegeben - aus guten gründen bisher un-bekannt. aber
auch das war irgendwie reizvoll nach 7 jahren fehlender
club/rave/festival-erfahrung, das "techno-thermometer" einfach reinhalten ins unbekannte dunkle gewässer der tiefen/schnellen
bässe. von letzterem gingen wir - zu recht - dann schon aus, dass sich
in den letzten jahrzehnten dahingend am ethos der mayday nichts
geändert hat: es geht um die verschiedenen facetten von techno, nicht alle, aber doch viele davon.
ich versuch mir ja größte mühe zu geben, dass mein/unser genaues alter
verborgen bleibt. aber sagen wir einmal so, 1992 waren (die meisten von
uns) noch nicht alt genug, um selbstständig irgendwohin fahren zu
können und in eine veranstaltung wie der zweiten mayday (die erste
1991...) reinzukommen.
trotzdem aber schon alt genug, um sich eine cd-compilation (so hieß das
medium der wahl damals: compact disc!) der zweiten mayday kaufen zu
können und (wenige jahre zuvor) zu bemerken, dass da im radio (eben
z.b. dem ex-ddr jugendsender DT64)
ein sound lief, den man noch nie gehört hatte und der eltern, lehrer
gleichermaßen fragend zurückließ. ganz zu schweigen von dem damit
einhergehenden und sich immer mehr manifestierendem kleidungs- und
lebensstil. techno, tekkno, (noch mehr k´) tekkkno und alles, was sich
nach und nach daran anschloß, daraus hervorging oder im zuge dessen
ebenfalls an die oberfläche getrieben wurde (wir gehen jetzt nicht alle
underground-genres durch und werden mit sicherheit auch keine
doktorarbeit zum thema "was gabs als erstes" vom zaun brechen).
1992
also, da stand im booklet der mayday compilation: joey beltram,
westbam, cj bolland, aphex twin, marusha, outlander, sven väth, orlando
voorn, mijk van dijk, mate galic, lenny d, cosmic baby u.v.m.
meiner (schnellen) recherche nach, gabs auch erst mit dieser zweiten
mayday eine compilation, was auch insofern sinn macht, da der
eigentliche zweck und ursprung der mayday parties darin bestand, eben
den schon erwähnten DT64 radiosender zu retten. dieser war damals zwar
aus der ddr über die wende mit ins vereinte deutschland
gekommen, es stand aber dessen abschaltung an. die mayday sollte als
benefiz-veranstaltung dagegen halten... was leider nur bis 1993
geholfen hat, danach wurde dt64 abgeschaltet. immerhin, teile gingen in
mdr sputnik auf, einige moderatoren und sendungen wechselten auch zu
radio fritz, so ganz verloren ging der spirit also nicht.
und
tatsächlich, seit 1991 findet nun einmal jährlich (teilweise auch mehrmals
pro jahr und an verschiedenen anderen orten, berlin oder auch in polen zum beispiel) die
mayday statt. nach einigen jahren dann, auch wg. der größe des
zustroms, dann relativ stabil in der westfalenhalle in dortmund.
nun, tatsächlich waren alle unserer kleinen clique persönlich noch
nicht bei einer mayday, also auch wir. ganz konkret meine wenigkeit war zwar
schon öfters und immer wieder (sehr gerne übrigens) in dortmund, einmal
sogar direkt
einen tag vor einer mayday (mit ben block im suite023 club - siehe ganz
oben das archive...), aber tatsächlich eben nie direkt bei dieser mutter aller deutschen
raves. für deutsche verhältnisse vielleicht sogar der mutter
aller raves auf deutschem staatsgebiet. in großbritannien, frankreich,
den usa
usw. reicht diese tradition noch sehr viel weiter zurück als 1991. auch
hier an der stelle möchte ich jetzt nicht zu sehr in die geschichte
einsteigen, nur soviel, dass eben elektronische musik im
allgemeinen, techno im besonderen, kurz nach der 1989er wende und dem
fall der berliner mauer auf sehr sehr fruchtbaren boden und auf ein - v.a.
aus ostdeutschland stammendes - nach freiheit lechzendes publikum
stieß. right time - right speed. vor allem in berlin, aber auch
deutschland, ploppten überall venues, clubs, hallen, raves, ja sogar
großbank-tresore als partylocations auf.
ich spiele natürlich auf DEN tresor in berlin an, welcher einen sehr
großen anteil daran hatte, dass sich die entwicklung von techno in
deutschland erst beschleunigte und dann völlig festsetzte, mal
mindestens für eine oder gar mehrere dekaden. der rest welt zog
natürlich irgendwann nach, gerade auch in den anderen ländern des
ehemaligen ostblocks, wo man ähnlich nach freiheit und ungehemmter
feierlaune lechzte, wie in der ehemaligen ddr. heute ist techno bzw.
allgemein
elektronische musik überall zu hause - weltweit. wenngleich - oder
nimmt man das nur aus einer deutschen perspektive so wahr? -
deutschland selbst im jahr 2026 immernoch einen sehr sehr wesentlichen
anteil an dieser entwicklung hat. allem clubsterben zum trotz, findet
man wohl auch heute noch die größte dichte an elektronischen
veranstaltungsreihen hier in deutschland und das im jahr 2026, es ging
- so gesehen - also nie wieder weg, dieses "rave fieber". wenngleich
das thermometer jetzt vielleicht nicht mehr gerade 36° anzeigt, sondern
sich alles ein wenig abgekühlt und auch etablierter, geregelter daher
kommt (stichwort oben, eben keine
"aufgeregten eltern/lehrer" mehr).
und übrigens, zwischenzeitlich hat der tresor berlin hier in dortmund
seine "westdeutsche" depandance aufgemacht. eigentlich dann schon das
nächste vorhaben, was wir unbedingt noch vor unserer "feier rente" in
die tat umgesetzt haben müssen. ich frag schon einmal in unserer clique
rum...
für uns war es heute also nicht nur spannend, weil wir endlich mal
wieder frei ohne zeitdruck party machen konnten, sondern weil große
teile der djs für uns neuland waren. klar hatten wir von einigen schon
gelesen, aber das hat sich dann im vergleich zu 1991 doch nicht
geändert (oder hat sich das schon wieder zurück entwickelt?): man
hört techno jetzt nicht gerade an jeder ecke. von seltsam entschlackten
bzw. "vereinnahmten" kirmes-techno-varianten natürlich abgesehen.
so freuten wir uns darauf, was genau den sound von schrotthagen, lilly palmer, klangkuenstler (ok, den kannten wir, nur eben schon gut 10 jahre her), kalte liebe, trancemaster krause u.v.m. ausmachte. bei anderen künstlern wie miss djax, umek, speedy j, marco bailey und oliver lieb
waren wir sehr sicher, was uns erwarten wird und geradezu beruhigt,
dass wir damit schonmal einen vermutlich sicheren rückzugsort finden
würden. auch gabs viele künstler, von denen wir weder gelesen, noch
gehört hatten und ein paar ganz wenige - möchten wir nicht
verschweigen, die wir weder hören, noch kennenlernen (bzw. wiederhören) wollten.
erster eindruck, von dem es ja bekanntlich immer nur einen gibt: wow...
direkt vom eingang in die große und größte halle (zzgl. 3 weiterer floors).
dort gerade als opener nick schwenderling. souverän und vom sound her ließ das schon erahnen, dass das
hier keine leise veranstaltung werden wird. auch licht, effekte und die
abstimmung mit dem sound waren auf höchstem niveau - beeindruckend,
selbst nach vielen schon mitgemachten veranstaltungen. das
sollte sich auch den ganzen abend durchziehen, dass jeder floor, der
größte natürlich insbesondere, technisch und soundmäßig jeweils
wirklich state-to-the-art war. das (technische) niveau war auf jedem der 4 floors
sehr hoch und keiner von uns hatte am nächsten tag "fiepsende ohren".
auch an der stelle ein großes lob für die organisation. laut
veranstalterangaben 20.000 besucher, aber im grunde (wir kommen zum
schluss nochmal kurz dazu) fühlte man sich nirgends beengt bzw.
hatte nicht toiletten, bar und (auch das kam/kommt leider immernoch
vor) sanitäter greifbar.
auch
fanden wir es sehr cool, dass der timetable der 4 verschiedenen floors -
oder war das zufall - so abgestimmt war, dass man gut einen act hören
und zum nächsten schlendern konnte. auch das hoppen zwischen den floors
war - wegetechnisch - eigentlich kein großes problem, sodass bei man
"missfallen" eines acts, dann eben einfach weiterlaufen konnte zu einem der anderen 3 floors.
man merkte, dass die location eine der größten deutschlands ist und mit veranstaltungen dieser größe erfahrung gut umgehen kann.
juliet fox b2b amber broos, ties von dun, milski, alarico, lexxy chain... alle im vorbeigehen wahrgenommen... aber so richtig unseren persönlichen geschmack erstmals perfekt getroffen hatte man at arms,
auf dem "techno legends x acid wars" floor, der die ganze nacht die
o.g. techno urgesteine oder besser noch legenden beherbergte.
diese "acid wars" sind ja eine veranstaltungsreihe bzw. crew aus
nordwest-deutschland, z.b. in münster häufiger in dem dortigen
docklands zu finden, wo zwischenzeitlich eine wirklich zu empfehlende
ganztages-location für mal eben bis zu 2.000-3.000 leute entstanden ist, die
wir ggf. (noch ein to do) für unseren nächsten "freiheitlichen ausflug" vormerken.
als nächstes hier auf dem gleichen floor miss djax,
die wir im grunde - aus unserer sicht - eigentlich nicht weiter
vorstellen müssen. 64 jahre ist miss djax (quasi DTax up 64...) aus den niederlanden
zwischenzeitlich alt und es war/ist beeindruckend, mit wieviel verve
sie noch hinter den decks steht. witzigerweise hatten wir noch tagsüber
im dortmunder plattenladen black plastic
in der wühlkiste (übrigens, auch unabhängig von der wühlkiste, sehr zu
empfehlen für alle möglichen elektronischen, aber auch anderweitige
undergroundsparten) eine djax-up-beats
platte gefunden und für sensationelle 2 euro auch direkt als kleines
souvenir erstanden. wie bei djax-up häufiger üblich, schmückte die platte ein tolles
artwork von t-1000 aka alan
oldham (den es als dj und künstler ebenfalls noch bis heute gibt).
vielleicht ergibt sich ja mit diesem 2-euro-invest der erwünschte
profit, um den nächsten trip zu bezahlen, wer weiss... ;)
dass wir hier übrigens noch so viel schreiben, ist natürlich ein wenig
der gewohnheit geschuldet, aber wir denken/hoffen, dass es noch ein
paar leser gibt, die sich diese zeit zum lesen und diese mühe zum
anklicken von www.szenemag.de gerne machen. dennoch geben auch wir gerne zu,
dass es natürlich noch greifbarer ist, diese worte auch mit ton und
bewegtem bild zu untermalen, daher haben wir ein paar videoschnipsel
von der mayday mitgebracht - siehe oben. die schwierigkeit ist jetzt
natürlich, da wir bei szenemag in dekaden denken und nicht in
"wenigen jahren", dass es die jeweilige plattform in 10 bis 15 jahren
auch noch gibt. stand 2026 versuchen wir es also einmal mit meta´s
instagram und hoffen, dass diese die videos - aus welchen gründen auch
immer - nicht runtergelöscht werden in einer wie auch immer gearteten zeit oder
es die plattform irgendwann garnicht mehr gibt (lacht nicht, von
myspace und flickr dachten wir auch alle einmal, dass es die jetzt für
immer geben wird)...
sowohl bei man at arms, als auch bei miss djax fiel uns jeweils auf, dass die alten klassiker wie house of house oder emmanuel top´s tone
wirklich enorm gut gealtert sind und jetzt heute im jahr 2026 von einer
ganz anderen generation nochmal neu entdeckt werden. nahezu
unverändert, verströmen sie auch jetzt 25 bis 30 jahre nach erscheinen
immernoch einen drive und elan, dass es fast schon erschreckend ist.
soweit tatsächlich schon zwei DER momente hier auf der mayday für
uns. daher auch die 2 videos!
ein großer nachteil, wenn man "privat" auf so eine veranstaltung geht,
ist aber natürlich, dass man "nur" aus der ferne bilder machen kann. trotz
maximalem zoom ist es mit handy- und/oder kleiner kamera unmöglich ein
vernünftiges bild von dem jeweiligen dj/liveact hin zu kriegen. daher
müsst ihr damit leben, dass im grunde fast alle bilder "crowdmäßig"
ausfallen. lediglich der "legends-floor" war so dimensioniert, dass man
bis auf ein paar meter zum dj/djane vordringen konnte. vielleicht noch
so ein grund, warum uns speziell dieser floor eigentlich am meisten gefallen hat.
auch hängen geblieben sind wir relativ lange bei schrotthagen,
die auf dem großen floor direkt nach felix kröcher (der übrigens jetzt
gerade - nach eigenem bekunden - in eine "schranz-phase" seiner
künstlerischen expression zurückgekehrt ist) gespielt haben. das duo
machte ebenfalls gut druck und ihr halb-live-set (soweit wir das
sehen/einschätzen können) hatte stimmige spannungsbögen zwischen
spannung/release und setzte nicht zu sehr sowie vor allem nicht zu
häufig auf "bass rein, bass raus, hände hoch und weiter gehts".
von kalte liebe
hatten wir schon des öfteren gehört. die markante männerstimme, welche
ziemlich kontrastig sowie effektvoll die tracks dominiert, macht deren
sound aber zu etwas besonderem, der sich irgendwie angenehm abhebt und
der heraussticht aus dem techno-angebot heute abend/nacht.
mit umek auf dem legends floor sowie im anschluss speedy j, kehrten wir dann wieder zurück in "unseren" basis-floor.
deren beider sound ist null gealtert und hätte genau so auch in den
90ern bzw. besser anfang der 2000er laufen können, also schneller
techno. bzw. schranziger sound, der aber auch seine ganz eigene dynamik
entwickelt, wenn man in so einem schon eher clubbig daherkommenden
floor mit niedriger decke und vielen tanzenden menschen versammelt ist.
wie schon erwähnt, die 4 floors beschäftigten sich allesamt mit
weitestgehendem techno-sound in unterschiedlichsten schattierungen.
auch "etwas gefälligere" sounds waren da dabei und auch solche, die
ziemlich dark in die (sagt euch thunderdome etwas?) härteren spielarten
abdrifteten. beispielhaft fiel uns da paul elstak feat. boogsheauf,
den man natürlich kennt. happy hardcore, gabber, rotterdam... am
spannensten war aber zu sehen, dass paul elstak eine wirklich krasse
anziehungskraft hatte, d.h. bei seiner auftritts-zeit konnte man einen
deutlichen magnetismus feststellen, es trieb die massen zu ihm -
unverkennbar und der einzige moment, wo man ein bißchen angst hatte,
dass da jetzt ggf. doch zuviele menschen auf einmal an einem punkt
konzentriert sind.
und das obwohl zeitgleich die vermutlich ebenfalls nicht minder populäre lilly palmer quasi fast parallel auf dem großen floor spielte. dort sollten später auch noch klangkuenstler, i hate models und klaudia gawlas (ja, die kennt man alle natürlich auch) spielen. auch marco bailey und oliver lieb auf dem legends-floor sowie the dark horror, dr donk und tha watcher auf dem "elstak-floor" haben wir nicht mehr so richtig (keine angst, wir waren schon noch "klar im kopf") mitbekommen.
denn natürlich stumpft man nach stundenlangem techno ein wenig ab, dass
gehört auch zur wahrheit dazu. noch härter/krasser geht natürlich
gefühlt immer, aber - wir für unseren teil - haben das dann einfach
nicht mehr aufgenommen bzw. aufnehmen wollen.

#
was aber noch erwähnt werden muss, ist die viertel stunde von 0.45 bis 1.00 uhr, der slot von friends of mayday,
früher waren das die members of mayday... das ist quasi die plattform,
bei der vor allem die alljährliche mayday hymne zum einsatz kam. ihr
erinnert euch vielleicht, früher hat man jährlich anlässlich von
veranstaltungen wie loveparade oder eben auch mayday jeweils ganz
individuell und exklusiv einen track produziert oder produzieren
lassen. nicht wenige dieser tracks sind mittlerweile klassiker bzw.
werden/wurden just gerade neu arrangiert bzw. als edit neu unter die
leute (welche jetzt aus einer anderen generation stammen) gebracht.
die viertelstunde heute von friends of mayday war da ein quasi
queerschnitt dessen. auffällig war auch, dass jetzt genau zu diesen
15min wirklich die gesamte westfalenhalle, also der große floor, so
voll war, wie sonst den ganzen abend bzw. die ganze nacht nicht. das
heißt sowohl unten auf dem dancelfloor, als auch oben auf den
sitzrängen war wirklich fast alles voll. ton, licht und eben auch der
jeweilige sound, den die friends of mayday verwampelten, erreichten
hier - für unseren geschmack - den kollektiven höhepunkt. 2 stellen
leuchteten v.a. heraus und egal ob euch die mayday too big, zu
mainstreamig, zu technolastig oder mittlerweile ggf. zu wasted ist,
sagt mir nicht, dass ihr die folgenden 2 videoschnippsel nicht kennt
und in irgendeiner weise berührend findet oder irgendwann in eurem leben einmal bewegend fandet:
und sei es auch nur, weil man sich daran erinnert, achja, da war ja
damals einmal was...
übrigens, den trancemaster krause
haben wir dann noch ein wenig von unserem hotelzimmer-fenster aus
gehört - doch wirklich... die fußläufige nähe unseres hotels zur
westfalenhalle hatte also weitere ungeahnte eigenschaften. ob das nun
vorteil oder nachteil ist, verraten wir jetzt nicht. nur soviel, wenn
es warm draußen ist und/oder ihr gerne bei offenem fenster schlaft,
dann schaut genau auf google maps, wo die jeweiligen hotels um die westfalenhalle liegen ;)
alles in allem sind wir jedoch sehr zufrieden mit unserer
ersten mayday. auch wenn es ggf. die letzte für uns persönlich gewesen
sein könnte. denn, man wird schließlich nicht jünger... wobei, wir
nehmen uns einfach ein beispiel an miss djax :)

ps:
was auch nicht unerwähnt bleiben sollte, ist, dass wir im positiven
viel toleranz und ein sehr offenes publikum erlebt haben. nicht nur -
aber insbesondere - auf der mayday selbst, als auch in der ganzen stadt
- typisch ruhrpott eben!
asdfas
[©2026
by bullytm]
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